Hallöchen.
Mein Name ist Antonie Zschoch und ich mache Theater.
Als Tochter des Bergischen Landes, aufgewachsen zwischen Kirche und Kabarett, befinde ich mich in einem kritischen Dauerzustand zu systemischen Voraussetzungen.
Als Regisseurin positioniere ich mich radikal gegen patriarchale Strukturen und für Erzählweisen eines kompromisslosen female gaze. Die Idee des Symposiums und darin das feministische Fabulieren sind Teil meiner künstlerischen Praxis.
Theater geschieht dort, wo Menschen gemeinsam zu handeln und zu fühlen versuchen. Da sind Schauspielende und Figuren, die fühlen wollen, im ständigen Konflikt mit dem oftmals erdrückenden System um sie herum. Ich arbeite mich dabei an einem emotionalen Kanon ab: Was haben wir über Gefühle gelernt und was passiert, wenn wir es auf der Bühne anders machen?
Darin wird auch mal der literarische Kanon für mich zum Sparringspartner. Aus den Figuren heraus versuche ich Narrative freizuschaufeln, die so nah und überraschend sind wie die Welt. Dabei möchte ich von den Darstellenden selbst abnehmen, ihren Prozess ernst nehmen, ihre Fantasie verstehen und sie in meine einladen. Spielende werden zu souveränen Autor:innen ihrer Welt der Erzählung. Und wenn sie darin frei sind zu spielen, mache ich einen guten Job.
Die Welt macht mich oft sprachlos. Dann suche ich Halt und finde Mut und Inspiration in Gemeinschaft auf und neben der Bühne.
Ich begreife Theater als eine Gratwanderung zwischen Schmerz und Humor. Gefühle sind politisch, Ernsthaftigkeit ist sexy, Leichtigkeit ist unausweichlich. Theater ist Risiko und funktioniert nur ohne Handbremse. Die Bühne wird zum Brennglas gesellschaftlicher Machtverhältnisse, zeitgenössischem Weltschmerz, doch immer einem hoffnungsvollen Schimmer von Utopie. Und oft mit einer Portion Kitsch, Camp, Pathos und Pop – die Mythen und Erzählweisen der Gegenwart und Vergangenheit, die sich auf der Bühne so kraftvoll verbinden lassen.
Ich mache ein mutiges Theater, das sich all dem gleichermaßen stellt, das Räume eröffnet für Verlegenheit, Verletzung, Menschlichkeit und dafür, wie wir uns jetzt hier gegen die Einsamkeit verbinden können – auf der Bühne, im Arbeitsprozess und im Kontakt mit dem Publikum.
„Wir müssen uns selber leichter tragen lernen“ – und das geht nur gemeinsam, liebevoll, anti-hierarchisch, verantwortungsbewusst und ehrlich.